Urlaub als UnternehmerIn? Klar! Wie wäre es mit Workation?

8. Dezember 2020
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Langsam aber sicher ist es soweit: Wir bewegen uns zielsicher auf Weihnachten zu und vielleicht hast du dir auch schon Gedanken gemacht, was du zwischen den Jahren machst?

100% Urlaub?
Ja auch in Corona-Zeiten. Einfach mal frei machen?

Oder willst du noch einige Projekte abschließen und nutzt den Urlaub deiner Kunden, um liegen gelassene Aufgaben endlich anzugehen?

Wie auch immer dein Plan aussieht, wie wäre es wenn du es mal mit Workation probierst?

Work-Was? Was soll Workation denn bitte sein?

Sehr gute Frage. Allerdings muss ich für die Antwort ein klein wenig ausholen, denn tatsächlich ist das Konzept auch für uns noch relativ neu aber wir wollen dich hier mal mit auf die Reise nehmen, wie wir es in diesem Jahr mit unseren Auszeiten und Urlauben gehandhabt haben.

Bist du neugierig, dann lass uns starten:

Im Herbst, nach einem intensiven Sommer und einem ziemlich großen Kundenprojekt mit zwei Online-Workshops und ganz vielen Videoinhalten für eine Lernplattform habe ich mir eine Woche Auszeit gegönnt. Es waren sehr intensive Wochen in denen Jennifer und ich viel gearbeitet und noch mehr voran gebracht haben. Was ich aber schon während des Projekts genau wusste: Danach brauche ich erstmal eine Auszeit, um meine Batterien wieder aufzuladen. Ein paar Tage Rückzug und den Kopf frei machen für neue Projekte und Aufträge. Und im ersten Moment dachte ich mir auch: Yessss ich mache Urlaub. So ganz im klassischen Sinne. Einfach mal nichts tun! Raus aus meinen vier Wänden.

Doch dann kamen die Zweifel, ob das so eine tolle Idee ist, wenn auch nur für eine kurze Zeit, die Brücken komplett abzubrechen. Denn ich wusste natürlich: Danach habe ich doppelt so viel zu tun. Denn klar viele ToDo’s und Aufgaben sind schon während des Projekts liegen geblieben und warten darauf bearbeitet zu werden.

Und dann kam irgendwann die Rettung in Form eines Podcasts über „Workation“…

Hier wurde ich das erste Mal auf das Thema aufmerksam. Irgendwie hat es sofort mit mir resoniert. Also habe ich einfach mal recherchiert, was genau das denn eigentlich sein soll. Nach meinem Verständnis war es Urlaub machen und trotzdem arbeiten. Work und Vacation halt. Egal ob allein, mit dem Partner, der Familie oder in einer Gruppe mit anderen Menschen.

Ganz im Sinne der „New Work“ bzw. der neuen digitalen Arbeit, die ja gerade durch die ganze coronabedingte Homeoffice-Situation nur noch verstärkt wird. Dadurch gibt es natürlich noch viel mehr Möglichkeiten auch im Urlaub einen tollen Arbeitsplatz mit schneller Internetverbindung zu bekommen. Ich habe mal spaßeshalber bei Google Trends geschaut und tatsächlich geht der weltweite Trend von „Workations“ seit Sommer 2020 sichtbar nach oben. In Deutschland sind die Suchanfragen im Sommer auch mehr geworden, allerdings scheint es hier noch nicht ganz angekommen zu sein.

Arbeit und Urlaub kombinieren? Geht das überhaupt?

Mich hat es aber irgendwie direkt angesprochen und ich hatte sofort meine eigene Kreation von Workation im Kopf. Und mir dann das Ziel gesetzt: Das probiere ich dieses Jahr einfach mal aus. Ich muss allerdings zugeben, dass ich trotz der positiven Resonanz erstmal von dem Gedanken 100% Urlaub wegkommen musste. Offen war ich schonmal. Aber auch flexibel genug? Denn wenn ich ehrlich war hing ich noch ganz schön an dem „alten Urlaubskonstrukt“, weil ich es bisher immer so gelebt habe. Urlaub und Arbeit gehören einfach nicht zusammen. Das muss getrennt werden. Einfach weil es schon immer so war und auch mein Umfeld das bisher auch so lebt.

Mit Ausnahme meines Partners – zum Glück! Denn das könnte in der Tat nochmal ganz neue Diskussionen aufwerfen, wenn Familie oder Partner nicht mit im Boot sind. Das war bei mir glücklicherweise nicht der Fall und ich konnte arglos drauflos experimentieren.

Das wichtigste an einer gelungenen Workation ist die Struktur!

Die Idee hinter einer Workation ist in erster Linie einmal die eigenen Strukturen im Alltag zu hinterfragen und ggf. auch direkt zu durchbrechen. Aber eben auch, nach dem Urlaub nicht wieder in komplett dem Arbeitsstrudel zu verfallen. Die Idee dahinter: Du arbeitest deutlich weniger Stunden, bist dafür aber fokussierter. Denn du weißt z.B., dass du nur Morgens arbeitest und danach geht’s raus an die frische Luft. Spazieren, wandern, Sport treiben, sich mit Freunden zu treffen, ein gutes Buch zu lesen oder zu kochen etc. – einfach etwas tun, worauf du Lust hast, worauf du dich freust und was nur allzu oft im stressigen Alltag in Vergessenheit gerät. Oder du gehst gleich morgens deinen Interessen nach und machst den Laptop erst abends an. Je nachdem, wie es in deinen Tag am besten passt. Hier sind dir keine Grenzen gesetzt. Du kannst es halten wie Pipi Langstrumpf, die fröhlich gesungen hat “Ich mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt …”

Meiner Meinung nach sollte eine Workation trotzdem ein wenig geplant werden. Warum? Damit du nicht zu viel Arbeit mitnimmst – denn es ist natürlich völlig okay auch ToDo’s auf nach dem Urlaub oder der Workation zu verschieben und du eben noch genug Zeit für die Dinge hast, die im Alltag sonst vielleicht untergehen.

Meine Tipps für deine erste Workation

Im ersten Schritt durfte ich mich also ordnen. Und das empfehle ich wirklich jedem, der es mal mit Workation probieren will. Da ich das ja sowieso in meinem Alltag mache, fällt es mir nicht sonderlich schwer meine Woche zu planen. Und auch Aufgaben auf die Zeit nach meiner Workation zu verschieben. Falls du kein Journal oder eine andere Organisation wie z.B. trello oder asana für deinen Alltag hast, dann ist vlt jetzt ein guter Zeitpunkt damit zu starten.

Ich habe mich also gefragt, was ich in meiner Workation unbedingt tun möchte. Und genau das empfehle ich dir auch. Mach dir ruhig mal eine Liste. Schreib alles auf, was dir in den Sinn kommt und baue natürlich auch Phasen der Entspannung ein. Schreib dann, wie schon gesagt auch deine ToDo’s auf und dann versucht dir ein Konstrukt zu schaffen, das es dir ermöglicht so viel Entspannung einzubringen, wie dir guttut.

Und ja auch wenn ich auf Grund von Corona nicht in den Süden fliegen konnte, habe ich mir einen schönen Ort in Deutschland gesucht. Eine schöne Ferienwohnung, in der ich mich auch bei Herbst-Regenwetter wohlfühlen kann.

Hier mal ein paar Impulse, was ich z.B. in meiner Workation im Herbst getan habe:

  • Ich habe auf gute Ernährung und regelmäßiges Essen geachtet. Das geht bei mir im Alltag manchmal etwas unter.
  • Ich habe ausreichend geschlafen und ich bin die meiste Zeit ohne Wecker aufgewacht. Für mich ist ja auch so ein Urlaubsfeeling 🙂
  • Außerdem war es mir wichtig, – das ist mir eigentlich immer wichtig – dass ich mich ausreichend bewege. Sport, wandern oder spazieren gehen. Das entscheide ich je nach Tagesstimmung spontan.
  • Und natürlich ganz wichtig: Me bzw. We-Time. Ich habe auf ausreichend Zeit für mich allein und zusammen mit meinem Partner geachtet. Zeit für ein Buch, meinetwegen auch Netflix, Gespräche mit meinem Partner, etc.

Und innerhalb dieser eigentlich ganz normalen Dinge habe ich meine Aufgaben, Projekte etc. eingebettet. Meistens in Päckchen, so dass ich alles entspannt unter einen Hut kriege. Ohne Stress! Vielleicht klingt das jetzt auch ein wenig starr. Listen und Pläne machen etc. Die sind meiner Meinung eigentlich nur zu deiner Sicherheit da. Damit du nicht in den Strudel verfällst und am Ende deiner Workation denkst: Ahhhh ich „muss“ noch DAS und DAS und DAS machen und am Ende vielleicht denkst, dass du bestimmte Dinge hättest machen müssen und zu wenig geschafft hast. Das wäre natürlich Gift für deine Entspannung.

Und ich kann dir sagen: Es war gut! Es hat mir richtig gut getan und ich werde es zwischen den Jahren auch so handhaben. Kekse backen – oder doch lieber wieder abtrainieren und dosiert arbeiten. 😉

Wir werden z.B. zwischen den Jahren ganz in Ruhe und “Workation”-gerecht unseren neuen Onlinekurs für den Januar finalisieren. Du kannst dich also freuen, denn es geht um eines der wichtigsten Themen – auch beim Online Marketing: „Deine Positionierung“! Sehr oft fehlt bei unseren Kunden einfach genau diese Basis, um deine Kommunikation auf deinen Online Kanälen richtig auszurichten und somit erfolgreich deine Online-Sichtbarkeit zu stärken. Im Sommer haben wir schon mit ganz vielen tollen Teilnehmern in einer separaten Facebook-Gruppe eine Live-Positionierungschallenge gemacht. Das war so eine spannende Zeit und die Inhalte inkl. des tollen Feedback der Teilnehmer wollen wir euch nun auch in einem Onlinekurs zur Verfügung stellen. Ein toller nächster Schritt, auf Und den wir uns wirklich ganz besonders freuen, denn im normalen Alltag ist dafür in den letzten Wochen einfach immer viel zu wenig Zeit gewesen.

Arbeitet man dann nicht 24/7?

Um nochmal auf das Thema Arbeit zurückzukommen, denn das ist nämlich genau der Punkt: Arbeit bedeutet für mich nicht mehr klassisch Arbeit, wie ich es noch vor etwa eineinhalb Jahren vor meiner Selbstständigkeit gedacht habe. Seitdem ich Unternehmerin bin, habe ich meine Augen und Ohren sowieso immer ganz weit geöffnet, bin neugieriger denn je. Ohne Witz, viele Sachen kommen mir beim Spazieren gehen, kochen, unter der Dusche oder im Austausch mit Anderen. Somit gibt es zumindest bei mir diese scharfe Trennung zwischen der sogenannten Arbeit und Freizeit nicht mehr. Und das bedeutet ganz und gar nicht, dass ich keine Freizeit mehr habe, sondern ich habe einfach einen anderen Blick auf Arbeit und Freizeit und beides darf ineinander verschwimmen und sich bereichern.

Zum Thema Organisation von Arbeit und was Arbeit für dich eigentlich bedeutet habe ich auch schon einmal eine Podcast-Episode aufgenommen und Jennifer einen tollen Blogartikel gecshrieben. Hör gerne noch einmal in die Epsiode #36 oder lies dir den Blogartikel „Work Life Balance – Erstrebenswert oder völlig falsches Konzept“ durch.

Klar könnte man jetzt sagen: Wenn du dein Traum-Leben führst, warum achtest im Alltag nicht darauf dir Auszeiten zu nehmen? An sich mache ich das schon aber ja klar gibt es immer mal wieder Tage, da ist einfach bewusst und geplant viel los ist und ich fülle meinen Kalender mit Terminen unserer Kunden und Partner. Das Schöne daran ist, man bringt in dieser Zeit ja auch viel voran! Es ist auch nicht so, dass ich während meines normalen Alltags keine Lust habe mich an meine Projekte und an die “Arbeit” zu setzen, sondern wenn ich mir mal Auszeit nehme (egal in welcher Art und Weise, denn das kann mal 1 Tag sein oder auch nur ein paar Stunden), dann weil ich in dem Moment einfach merke, dass ich das brauche. Und danach bin ich immer wieder fit wie ein Turnschuh, habe neue Ideen, etc.! Also integriere ein bisschen Workation auch immer unbedingt in deinen Alltag, wenn es geht.

 

Warum erzähle ich dir das alles? Vielleicht überlegst du noch, was du zwischen den Jahren nach den Weihnachtsfeiertagen machen möchtest und willst. Wenn du 100% Urlaub, also deine freie Zeit nutzen willst, dann tu das unbedingt. Wenn du dir aber denkst, dass du noch einiges abschließen oder auch neue Dinge voran bringen möchtest, dann probier doch auch mal eine Workation aus. Oder nenn es wie du willst. Ich finde es ganz praktisch, weil auch andere etwas damit anfangen können 😉 Vielleicht kannst du auf Grund von Corona nicht wegfahren und bleibst zu Hause. Ja dann ist deine Herausforderung, dass die Ablenkungen des Alltags da sind aber du wirst sehen, die mentale aber auch organisatorische Vorbereitung wird dir helfen, dich darauf einzustimmen und in deinem Flow zu bleiben!

In diesem Sinne: Probier es für dich doch einfach mal aus, wenn es sich richtig anfühlt. Halte es dabei wie Pipi Langstrumpf “Ich mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt …”

Katja Staudt

Ich helfe GründerInnen bei ihren ersten Schritten im Online Marketing bei der Stärkung der eigenen Online-Sichtbarkeit. Das Ziel: Dass ihr eure Wunschkunden nachhaltig online findet & somit den eigenen Erfolg gestaltet! Meistens hört ihr mich in unserem Boost my Business Podcast "Online Marketing Coaching für deinen Erfolg", in dem ich meine Erfahrungen der letzten 11 Jahre mit euch teile.